Wie Unternehmen die passende Cloud finden

Unser Blogbeitrag des letzten Monats hat gezeigt, dass man sich bei der Planung der digitalen Transformation seines Unternehmens auch kritischen Fragen zur Implementierung und Entwicklung der Cloud Infrastruktur stellen muss. Hierbei stehen neben der Sicherheit der Daten, auch ein Kosten und Mehrwert Vergleich, die Beachtung des Migrations- und Entwicklungsaufwands und die Wahl des passenden Betriebsmodells im Vordergrund.

Mit unserem aktuellen Blogbeitrag betrachten wir das Thema Cloud-Infrastruktur genauer und zeigen auf, welche Möglichkeiten bestehen und auf welche Faktoren man bei der Auswahl einer Lösung achten sollte.

Public, Private oder Hybrid?

Die bekannteste Form der Cloud lässt sich als eine Art virtuelle Festplatte beschreiben, deren Vorteil darin besteht, dass der Speicher nicht lokal gebunden ist und Nutzer gleichzeitig und von verschiedenen Stellen darauf zugreifen können. Gerade Privatnutzer verwenden sie, um Daten einfach wiederherzustellen oder auf ein anderes Gerät zu übertragen. Die Cloud bietet jedoch im Geschäftsbereich noch einiges mehr. Um das näher zu erläutern betrachten wir zunächst die Formen der Cloud-Services.

Die Bereitstellung der Services lässt sich in verschiedene Arten unterteilen:

Public Cloud

Als Public Cloud bezeichnet man Angebote frei zugänglicher Provider, die ihre Dienste über das Internet für jeden zur Verfügung stellen. Es gibt kostenfreie Angebote (z.B. von Webmailer-Diensten) und kostenpflichte Public Cloud Services, wie sie z.B. von Microsoft Office 365 oder SAP Business by Design angeboten werden.

Private Cloud

Das Gegenstück zur Public Cloud bilden die Private Cloud Dienste. Datenschutz und IT-Sicherheit sind oftmals Gründe für Unternehmen ihre IT-Dienste selbst zu betreiben und sie nur für ihre eigenen Mitarbeiter bereitzustellen. Wenn das Unternehmen die Dienste für die Endnutzer im Unternehmen mit den für die Cloud typischen Mehrwerten ausstattet (z.B. skalierbare IT-Infrastruktur, installations- und wartungsfreie IT-Anwendungen, usw.) spricht man von einer Private Cloud.

Hybrid Cloud

Hybrid Clouds bezeichnen Mischformen aus den beiden oben definierten Möglichkeiten. Das bedeutet, dass ausgewählte Services bei öffentlichen Anbietern und Anwendungen, die im Zusammenhang mit datenschutzkritischen Informationen stehen im Unternehmen betrieben werden. Eine konsequente Klassifizierung der verarbeiteten Daten ist hierbei eine dringende Herausforderung, um die Geschäftsprozesse in datenschutzkritisch und –unkritisch einzuteilen. Mit einem hybriden Modell lassen sich Leistungsspitzen „on demand“ abfangen – so können bei Bedarf Rechenressourcen dazu genommen werden.

Cloud Computing im Überblick

Werden IT-Dienste auf externe Dienstleister ausgelagert, so bezeichnet man dies als Cloud Computing. Neben Speicherkapazitäten, kann das auch die Nutzung von Software, Rechenleistung oder die Bereitstellung von Plattformen für z.B. Sicherheitslösungen umfassen.

So ergeben sich drei Ebenen der Cloud:

SaaS  – Software as a Service

Die oberste Ebene der Cloud bildet Saas – Software as a Service.  Externe IT-Dienstleiser betreiben Software und IT-Infrastrukturen und bieten diese dem Kunden als Dienstleistung gegen eine Gebühr an. Über den Webbrowser kann der Nutzer auf bestimmte Software und entsprechende Frontends zugreifen. Der große Vorteil, der sich hierbei ergibt ist, dass der Endnutzer sich nicht um die Funktionalität oder die Wartung der Software kümmern muss.

PaaS – Platform as a Service

Im Cloud Computing ist PaaS – Platform as a Service die mittlere Ebene. Das bedeutet, dass hier Laufzeit- oder Entwicklungsumgebungen (Frameworks) für Entwickler von Webanwendungen bereitgestellt werden. Sie können hierdurch ohne die Anschaffung der Hard- und Software und mit äußerst geringem administrativem Aufwand verwendet werden.

IaaS – Infrastructure as a Service

Die unterste Ebene der Cloud stellt IaaS – Infrastructure as a Service dar. Der Begriff bezeichnet die Bereitstellung von Rechenleistung oder Speicher und Netzwerkinfrastruktur, wie z.B. Firewalls. In der Regel findet dies über virtuelle Maschinen (VMs) statt. Der Kunde ist an dieser Stelle selbst für Installation und Wartung verantwortlich.

Als Grundlage für nahezu alle Varianten dient Virtualisierung, da sich nur so optimal die vorhandenen Hardware-Ressourcen ausnutzen lassen. Gerade bei Modellen wie PaaS ist Virtualisierung notwendig, um mit derselben Hardware verschiedene Mandanten bedienen zu können. Die verwendete Hardware muss in jedem Fall mit den besonderen Anforderungen der Virtualisierung zurechtkommen.

Welche Vorteile bietet Cloud Computing Unternehmen?

Im Mittelpunkt aller Arten von Cloud-Diensten steht der Begriff „On Demand“ – bei Bedarf. Unabhängig der Unterschiede der beschriebenen Cloud-Modelle ist der Wunsch des Kunden klar definiert: Anstelle in eigene Dienste und Lösungen zu investieren, werden diese bei Bedarf über einen externen Dienstleister angemietet. So steht dem Kunden eine jederzeit skalierbare Dienstleistung zur Verfügung, deren Kosten kalkulierbar sind.

Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen bieten sich solche Lösungen an, die sonst bei Hard- und Software oftmals Kompromisse eingehen müssten. Denn das häufigste Argument für den Einsatz von Cloud-Computing in Unternehmen ist die Kostenersparnis. Das Potenzial der Cloud für Unternehmen liegt jedoch weitaus höher: Eine sinnvoll eingesetzte Cloudlösung optimiert Geschäftsprozesse. Durch die virtualisierte Infrastruktur werden Rechen- und Speicherressourcen nur nach Bedarf bezogen. Werden die Kapazitäten ausgereizt, so lassen sich weitere zeitnah zu buchen und bei geringer Auslastung unkompliziert wieder zurückfahren. So wird eine kostengünstige und effiziente Arbeitsweise geschaffen, die zudem noch zu jeder Zeit und von jedem beliebigen Standort aus erreichbar ist.

Containerisierung

Containerisierung wird oft als Virtualisierung der nächsten Generation bezeichnet. Ihr Einfluss auf die moderne IT ist unumstritten: die Infrastruktur unzähliger Online-Anbieter besteht nahezu vollständig auf Containern.

Durch Containerlösungen können alle Dateien einer Applikation, die in einer bestimmten Umgebung ausgeführt werden sollen, in einem Paket (Container) gespeichert werden. Da der Container direkt in den Kernel eines Betriebssystems integriert werden kann, muss keine neue virtuelle Maschine erstellt werden, wenn andere Applikationen auf demselben Betriebssystem ausgeführt werden. Das bedeutet, dass aufgrund der Containerisierung der Applikation der Systemkern von unterschiedlichen Services genutzt werden kann. Software-Container ermöglichen also eine Zusammenfassung aller für eine Applikation relevanten Elemente, weshalb Sie so im Vergleich zu anderen Lösungen auch cloudübergreifend sehr einfach von einem System zu einem anderen transferiert werden können – was ein erhebliches Maß an Effizienz schafft. Unter „cloudübergreifend“ versteht man in diesem Fall Lastspitzen durch das Zubuchen von weiteren Ressourcen, auch aus einer anderen Cloud, auszugleichen. Dies kann dann auch die Erweiterung der Private-Cloud durch eine Public-Cloud bedeuten (Hybridcloudkonzept).

Im digitalen Zeitalter stehen besonders zeitliche und finanzielle Ressource im Fokus der Unternehmen. Containerlösungen ermöglichen hier ein neues Effizienzpotenzial und bieten besonders in der prozesslastigen Interaktion mit Kunden und Partnern deutliche Vorteile. Auftragsspitzen lassen sich einfacher bewältigen und durch eine verringerte Anforderung an die eigene Infrastruktur werden zudem Kosten eingespart.

Lohnt sich die Cloud?

Doch gerade in KMUs standen Entscheider der Cloud lange Zeit kritisch gegenüber. Die Akzeptanz von Cloud-Lösungen wächst jedoch stetig. Immer mehr Betriebe nehmen das Potenzial des Cloud-Computings wahr und erkennen, wie sie dadurch entstehende Wettbewerbsvorteile für sich nutzen können.

Bei der Wahl eines geeigneten Anbieters sollte man folgende Punkte beachten, um auf der sicheren Seite zu sein:

  • Der Firmensitz und die Rechenzentren des Anbieters sitzen in Deutschland
  • Die Rechenzentren sind zertifiziert nach ISO 27001
  • Der Betreiber legt offen, welche Drittanbieter in Anspruch genommen werden
  • Es werden SLAs (Service-Level-Agreements) angeboten
  • Der Anbieter bietet ein einfaches und nachvollziehbares Abrechnungsmodell
  • Verstöße von Drittanbietern gegen das deutsche Datenschutzrecht werden mitgeteilt
  • Verträge nach deutschem Recht
  • Vollständige Liste der aktuell eingesetzten Hard- und Software ist vorhanden

Neben der Kostenersparnis, durch den Wegfall teurer Anschaffung und Pflege eigener Server und deren Wartung bestechen die meisten Cloudlösungen durch ihre Einfachheit: viele Dienste lassen sich webbasiert nutzen und vereinfachen für den Anwender besonders komplexe Prozesse. Auch die Skalierbarkeit der Lösungen ist für kleine und mittelständische Unternehmen ein bedeutender Vorteil, da keine eigene Infrastruktur aufgebaut werden muss und Ressourcen nach Bedarf gebucht werden können. In den letzten Jahren ist auch der Aspekt der Nachhaltigkeit deutlicher in das Sichtfeld der IT gerückt. Große und zentrale Rechenzentren lassen sich deutlich effizienter betreibe als zahlreiche kleine Serverräume. Außerdem kümmern sich in zertifizierten Rechenzentren Experten und Spezialisten um die einzelnen Server, das bedeutet das Reparaturen oder Wartungen keine Beeinträchtigung für die Anwender darstellen und die Software immer auf dem aktuellsten Stand verfügbar ist.

Es lässt sich nicht pauschal beantworten, ob sich die Cloud lohnt. Die Entscheidung für oder gegen den Einsatz der Cloudservices sollte individuell erfolgen und sich an der Unternehmenssituation, den Bedürfnissen und Anforderungen an die Lösung orientieren.

Es lohnt sich, sich bei Interesse Fragen zu stellen, wie

  • Welchen Mehrwert erwarte ich durch die Cloud?
  • Wie hoch ist der Migrations- und Entwicklungsaufwand?
  • Passt die Cloud zu meinem Betriebsmodell – jetzt und in Zukunft?
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen muss ich beachten?
  • Welchen Sicherheitsbestimmungen unterliegt mein IT-System und wie kann die Cloud diese umsetzen?
  • Welche Kosten entstehen durch den Einsatz der Cloud?
  • Welchen Einfluss hat meine Wahl auf Prozessmanagement und Ressourcenplanung?

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Nutzung der Cloud definitiv viele Vorteile hat, aber durchaus auch Herausforderungen bietet.

Gerne sind wir bereit uns gemeinsam mit Ihnen diesen Herausforderungen zu stellen und Sie bei der Wahl der richtigen Lösung zu beraten. Sprechen Sie uns an!


Über die Autoren:

Marie-Christin Flöhl

Marie-Christin Flöhl

Marie-Christin Flöhl untersützt das Marketing Team der bitbone AG seit Mai 2016. Ihre Themenschwerpunkte umfassen das redaktionelle Marketing, Content und PR. Sie hat an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg Germanistik studiert.

Sebastian Scheuring

Sebastian Scheuring

Sebastian Scheuring war der erste feste Technikmitarbeiter als die bitbone AG 2001 gegründet wurde. Als erster Mitarbeiter nach den Gründern wurde er schnell mit der technischen Leitung betraut und ist seit 2004 Mitglied im Vorstand. Drei Jahre später umfasste seine Verantwortung als Vorstand nicht mehr nur den technischen Bereich, dennoch hat er den Fokus in die Technik nie verloren. Sein Herz schlägt besonders für die IT-Security, als auch für die Linux Infrastruktur Technologien.


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